5. Dezember 2025 · Autor: Maximilian Peters

Am 30. November 2025 hat Horb über die Windkraft im Stadtwald abgestimmt. Ich war einer der Initiatoren von Horber Rückenwind, einer überparteilichen Bürgerinitiative für Windenergie im Horber Wald, und habe sie mitorganisiert. Der Entscheid ist knapp ausgegangen. Ich sage von Anfang an, wo ich stehe: Ich habe für die Windkraft im Stadtwald geworben.
Worum es ging
Beim Bürgerentscheid lautete die Frage, ob Waldflächen im Eigentum der Stadt Horb am Neckar für Windkraftanlagen zur Verfügung gestellt werden sollen. Ausgelöst hatte ihn ein Bürgerbegehren gegen Windkraft im Horber Wald. Vor der Abstimmung gab es eine Infoveranstaltung in der Hohenberghalle und einen Energiedialog in mehreren Ortschaften.
Der Infoabend in der Hohenberghalle
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Infoabend am 13. November 2025 in der Hohenberghalle. Die Stadt hatte ihn als Auftakt der Informationskampagne zum Bürgerentscheid angekündigt. Nach einer Einführung mit Oberbürgermeister Michael Keßler und den Initiatoren des Bürgerbegehrens gab es Kurzvorträge, unter anderem von Ulrich Schraml, dem Direktor der Forstlichen Versuchsanstalt Baden-Württemberg. Danach folgte ein Infomarkt mit Ständen der Gemeinderatsfraktionen, des Jugendgemeinderats, der Initiatoren und weiterer Gruppen. Moderiert hat das Forum Energiedialog Baden-Württemberg.

Am Stand von Horber Rückenwind haben wir mit Plakaten und Material erklärt, wie Windkraft im Wald genehmigt wird und was sie für Natur und Klima bedeutet.
Wer Horber Rückenwind war
Bei Horber Rückenwind haben Menschen über Parteien und Generationen hinweg zusammengearbeitet. Mit dabei waren zum Beispiel Stefan Merkle, Vorsitzender der CDU in Horb, und Kristina Sauter, ein langjähriges Mitglied der Grünen. Ich habe mich engagiert, weil mir die Zukunft der Region wichtig ist. Gerade in der Kommunalpolitik finde ich es wichtig, dass man über Parteigrenzen hinweg an einer Sache arbeitet.
Wie es ausging
Eine Mehrheit hat mit Nein gestimmt: Nach Angaben des Schwarzwälder Boten waren es 52,2 Prozent, 3.915 Nein-Stimmen bei 7.504 abgegebenen Stimmen. Das Nein erreichte aber das nötige Quorum nicht. Dafür hätten mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten mit Nein stimmen müssen, laut Zeitung fehlten 43 Stimmen. Damit bindet das Ergebnis den Gemeinderat rechtlich nicht. Ich hätte mir eine Mehrheit für die Windkraft gewünscht.
Egal wie man die Zahlen liest: Die Entscheidung der Wählerinnen und Wähler verdient Respekt, und die Beteiligung war hoch. Es wurde über Monate engagiert und manchmal emotional, im Kern aber sachlich diskutiert. Danke an alle, die sich informiert, mitdiskutiert und abgestimmt haben, auf beiden Seiten.
Was ich mitnehme
Beim Thema Windkraft ging es um Pachteinnahmen für die Stadt, um den Eingriff in den Wald und um die Frage, wie wir Energie vor Ort sichern. Solche Fragen gehören offen und fair diskutiert.
Meine Haltung habe ich vor der Abstimmung in einem kurzen Statement auf Instagram zusammengefasst:
„Wir müssen mutig entscheiden, wenn wir unsere Zukunft sichern wollen. Bei diesem Bürgerentscheid geht es für mich nicht nur um Energiepolitik, sondern um die Chance, Horb handlungsfähig und gerecht für meine und kommende Generationen zu gestalten.“
Eine Kommune sollte nicht nur verwalten, was gerade anfällt, sondern ihre Zukunft gestalten. Auch die Generation nach uns soll in Horb noch Spielraum haben. Deshalb habe ich mich bei Horber Rückenwind eingesetzt. Im Rückblick würde ich noch früher das Gespräch mit den Skeptikern suchen und mehr erklären, statt überzeugen zu wollen.
Wie es weitergeht
Der Gemeinderat entscheidet über das weitere Vorgehen. Ich erwarte, dass er das Ergebnis ernst nimmt und die Bürger offen über die nächsten Schritte informiert.
Wie siehst du das? Schreib mir gern. Du erreichst mich hier.
Quellen: Schwarzwälder Bote, Berichte zum Bürgerbegehren und Bürgerentscheid in Horb, 31. Oktober, 4. November, 13. November und 30. November 2025 (u. a. Ankündigung des Infoabends). Titelbild: Horber Rückenwind, Pressetermin.